PRESSE | TV | BERLIN | HAMBURG | FRANKFURT | MÜNCHEN | STUTTGART | FREIBURG | KONSTANZ | KÖLN | TENGEN

Internationale Pressestimmen

Deutschland: “Kommissar Zufall”

“Alle diejenigen in Amstetten, die Ungereimtheiten nicht gemeldet und seltsame Vorgänge ignoriert haben, müssen sich den Vorwurf einer Mitschuld gefallen lassen. Gleichgültigkeit und Desinteresse sind der Nährboden dafür, dass derartige Verbrechen unentdeckt bleiben.” (Coburger Tageblatt)

“Wenn aber jemand seine Verbrechen mit hoher krimineller Energie tarnt, wird auch ein größeres Interesse für den Nachbarn diese nicht verhindern.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Natürlich, die Mitbewohner hätten etwas bemerken müssen, klar, wir alle müssen wachsamer sein und sensibel reagieren, wenn ungewöhnliche Dinge passieren. Ist es das, was man aus dem Fall Amstetten lernen kann? Es wäre wenigstens etwas.” Abendzeitung, München

“Das Erschütternde: Hätte Kommissar Zufall nicht eine Rolle gespielt das Martyrium wäre weitergegangen. Nun ist es zwar beendet, doch vor den Opfern liegt noch ein langer Weg, ihr Leben am Abgrund zu verarbeiten.” (Westfälische Nachrichten, Münster)

“Die Verantwortung der Medien liegt darin, wenigstens jetzt die Würde der Opfer zu wahren. Natascha Kampusch kämpft - recht erfolgreich - bis heute gegen die Medien um dieses Recht. Dass sie überhaupt kämpfen muss, ist beschämend. Denn der Grat zwischen legitimem Interesse und entwürdigender Belästigung mag schmal sein - zu verfehlen ist er eigentlich nicht.” (Tageszeitung, Berlin)

“Niemand kann ausschließen, dass im Keller irgendeines anderen Hauses Ähnliches passiert jetzt, genau in diesem Moment. Aber wir alle können vielleicht helfen, solches Leid zu verhindern: Indem wir hinschauen und nachfragen, wo ein Verdacht besteht.” (Augsburger Allgemeine)
Grossbritannien: “Wirkungsvoller ist das Entsetzen”

“Die Österreicher rufen nun nach Gesetzen, doch neue Gesetze werden kaum neue Grausamkeiten verhindern. Wirkungsvoller ist das Entsetzen, das der Skandal in Amstetten hervorgerufen hat. Eine der Lehren aus dieser Tragödie ist, dass eine Gemeinschaft ohne wirkliche zwischenmenschliche Kommunikation keine Gemeinschaft ist.” (The Times, London)
Schweden: “Wie ein Tier behandelt”

“Vor zwei Jahren gelang Natascha Kampusch unter aufsehenerregenden Umständen die Flucht aus ihrer achtjährigen Gefangenschaft. Der Täter beging Selbstmord. Im Februar vergangenen Jahres flog eine Mutter auf, die ihre Töchter unter jämmerlichen Verhältnissen sieben Jahre lang in einem Haus in Linz eingesperrt hatte. Davor entdeckte man auch in Wien ein Paar, das seine geistig behinderte Tochter in einem kalten Zimmer gehalten und wie ein Tier behandelt hatte.” (Dagens Nyheter, Stockholm)
Frankreich: “Mit un,oralischen Handlungen seine Bedürfnisse stillen”

“Um seine sexuellen Triebe zu befriedigen, hat er seine Tochter und die ganze Familie unterworfen. Dies ist das Perverse: Mit unmoralischen und grausamen Handlungen seine eigenen Bedürfnisse stillen - und dabei die Realität verdrehen. (…) Der österreichische Inzest-Vater hat seiner Tochter und den gemeinsamen Kindern sicher vorgemacht, dass sie eine richtige Familie bildeten und sich sehr liebten.” (La Provence, Marseille)
Italien: “Serienmörder, Walzer, Jodel und Kuckucksuhren”

“Unglaublich, aber glaubwürdig. Unglaublich ist auch, wie dieser 60 Quadratmeter große Keller, an das Gefängnis von Natascha Kampusch erinnert”. (Corriere della Sera, Mailand)

“Serienmörder und Perversionen sind natürlich keine österreichische Exklusive. Doch nur dort verbinden sie sich mit Walzer, Jodel und Kuckucksuhren. Nur dort kann Wahnsinn jahre-, jahrzehntelang mit derselben stillen, bürokratischen Ausdauer lodern, die das Habsburgische Reich legendär gemacht haben.” (La Stampa, Turin)
Spanien: “Schon wieder in Österreich”

“Perversion oder Krankheit… Schon wieder in Österreich. Wieder erreichen uns aus Österreich Nachrichten, die uns umwerfen. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (…) Wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.” (EL Pais, Madrid)
Slowenien: “Kranke Fantasien”

“Ist auch in Österreich die Familie in jedem Fall so heilig und unantastbar, obwohl doch alle Indizien darauf hinweisen, dass in ihr etwas passiert ist, was bisher unvorstellbar war?” (Vecer, Maribor)

“Österreich wird sich fragen müssen, was einige in seiner reichen, selbstbewussten Gesellschaft dazu verleitet, derart kranke Fantasien zu verwirklichen, wie das Einsperren einer Geliebten allein und für immer in einem dunklen Keller.” (Delo, Laibach)
Kroatien: “Politiker zeigen gerne, wie erschüttert sie sind”

“Die österreichischen Politiker sind schockiert. Oder sind sie verantwortlich? In Österreich zeigen die Politiker gerne, wie erschüttert sie sind. Sie haben dabei keine Angst, dass sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden könnten.” (Jutarnji list, Zagreb)
Serbien: “Vater - Monster”

“Der Fall Kampusch wurde (vor knapp zwei Jahren) für das längste und grausamste Kidnapping in der Geschichte Österreichs seit dem Zweiten Weltkrieg erklärt. Aufgrund der Grausamkeit und der Perversität ist der neue österreichische Fall mit Gewissheit weltweit ohne gleichen.” (Politika)

“Monster hat die Welt schockiert.” (Blic)

“Vater - Monster” (Kurir)

“Tochter vom Vater 24 Jahre lang vergewaltigt” (Press)
Ungarn: “Keller-Schreckgespenst”

“Haus des Grauens” (Blick)

“Österreicher fahnden im Inzest-Fall”. (Nepsszabadsag)

“Keller-Schreckgespenst legte Geständnis ab”. (VG)
Polen: “Warum werden in Österreich solche Bestien geboren?”

“Weil er keine Geliebte finden konnte, begann er sich für die eigene Tochter zu interessieren.” (Rzeczpospolita)

Josef Fritzl hatte ganz sicher psychische Störungen, die seine Gefühle blockierten.” (Polska)

“Warum werden in Österreich solche Bestien geboren?” (Dziennik)
Türkei: “Perverser des Jahrhunderts”

“Perverser des Jahrhunderts. Die ganze Welt spricht über diesen Besessenen.” (Aksam)

“Österreich wird von einem Skandal um den 73-jährigen Joseph F. in Aufruhr versetzt, der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller einsperrte und als Sex-Sklavin missbrauchte.” (Hürriyet)

“Er ist kein Vater, er ist ein Monster. In Amstetten ist ein furchterregender Fall von jener Sorte aufgedeckt worden, von der man sagt, so etwas gebe es nur im Film.” (Sabah)

Gefängnis für Josef F., neue Identität für seine Opfer

Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Freiheitsberaubung, Tötung durch Unterlassung: Wegen vier Delikten ermittelt die Polizei gegen Josef F. Werden sie ihm nachgewiesen, verbringt der 73-Jährige den Rest seines Lebens hinter Gittern. Seine Opfer sollen neue Identitäten erhalten.

Amstetten - Kerstin, 19, Stefan, 18, Lisa, 15, Monika, 14, Alexander, 12 und Felix, 6: Ein Gentest erbrachte den Beweis, dass Josef F., 73, tatsächlich der Vater aller von seiner Tochter Elisabeth F. geborenen Kinder ist.

F. droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft in St. Pölten lebenslange Haft - wenn ihm Tötung durch Unterlassung nachgewiesen werden könne, sagte Staatsanwalt Gerhard Sedlacek. Dieser Tatvorwurf bezieht sich darauf, dass eines der von seiner Tochter zur Welt gebrachten Zwillingskinder kurz nach der Geburt starb.

Die sechs Kinder, die Josef F. mit seiner Tochter zeugte, werden von einem Ärzteteam rund um die Uhr betreut. Es ist nicht absehbar, wie und ob es ihnen möglich sein wird, das Trauma von Missbrauch und Gefangenschaft, das auf der Familie F. lastet, zu verarbeiten.

Die 19-jährige Kerstin, deren Erkrankung das unfassbare Verbrechen des Josef F. schließlich ans Licht brachte, liegt noch immer auf der Intensivstation des Amstettner Krankenhauses. Es gehe ihr etwas besser, ihr Zustand sei aber nach wie vor kritisch, sagte der Chefarzt der Intensivabteilung, Albert Reiter, auf einer Pressekonferenz.
Die anderen Opfer sind gemeinsam in einem Klinikum bei Amstetten untergebracht, wo sich Psychiater, Psychotherapeuten, Neurologen, Physiotherapeuten um sie kümmern. Felix, das jüngste der Kinder, feierte dort seinen sechsten Geburtstag - mit einer Torte, auf die er sich “sehr freue”, sagte der ärztliche Direktor des Landesklinikums Mostviertel Amstetten-Mauer, Berthold Kleppinger. Der Schutz der Privatsphäre der Patienten habe für das Betreuerteam “oberste Priorität”, betonte Kleppinger.

“Erstaunlich gute Stimmung” bei Familienzusammenführung

Details zum täglichen Leben der Gefangenen im Verlies wollte die Polizei nicht preisgeben - es sei das Recht “dieser bedauerlichen Menschen”, dass diese Einzelheiten “privat” blieben, sagte LKA-Leiter Franz Polzer.

Die Kinder werden möglicherweise eine neue Identität erhalten. Damit solle ihnen eine geordnete Zukunft ohne ständige Verfolgung durch die Medien ermöglicht werden, erläuterte der Bezirksvorsteher der niederösterreichischen Kleinstadt Amstetten, Hans-Heinz Lenze. Dabei sei das oberste Prinzip ein Einvernehmen mit der Familie. Man müsse sich “mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir hier eine Namensänderung herbeiführen”. Ob dies auch für Elisabeth Fritzl gilt, sagte Lenze nicht.

Die Zusammenführung der Familie verlief Klinik-Direktor Kleppinger zufolge in “erstaunlich” guter Stimmung. Elisabeth F. hatte ihre Töchter Lisa und Monika und den Sohn Alexander seit frühestem Kindesalter nicht mehr gesehen, da die Kinder bei Josef F. und seiner Ehefrau Rosemarie, 69, aufwuchsen.

Die Entscheidung, welches der Kinder nach der Geburt bei der Mutter im Verlies blieb und welches Josef F. mit “nach oben” nahm, habe vom Gesundheitszustand abgehangen, in dem sich die Kleinen befanden, berichtet die österreichische Zeitung “Die Presse”. Die “Schreikinder” seien im Bunker geblieben, die anderen habe F. mit in sein offizielles Leben über Tage genommen, sagte Chefinspektor Leopold Etz vom LKA Niederösterreich dem Blatt.

Ermittler suchen nach möglichen Komplizen von Josef Fritzl Behörden rechnen mit “Übergriffen”

Die Kinder werden möglicherweise eine neue Identität erhalten. Damit solle ihnen eine geordnete Zukunft ohne ständige Verfolgung durch die Medien ermöglicht werden, erläuterte Bezirksvorsteher Lenze. Dabei sei das oberste Prinzip ein Einvernehmen mit der Familie. Man müsse sich “mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir hier eine Namensänderung herbeiführen”. Ob dies auch für Elisabeth Fritzl gilt, sagte er nicht.

Die Zusammenführung der Familie verlief Klinik-Direktor Kleppinger zufolge in “erstaunlich” guter Stimmung. Elisabeth F. hatte ihre Töchter Lisa und Monika und den Sohn Alexander seit frühestem Kindesalter nicht mehr gesehen, da die Kinder bei Josef F. und seiner Ehefrau Rosemarie, 69, aufwuchsen.

Die Entscheidung, welches der Kinder nach der Geburt bei der Mutter im Verlies blieb und welches Josef F. mit “nach oben” nahm, habe vom Gesundheitszustand abgehangen, in dem sich die Kleinen befanden, berichtet die österreichische Zeitung “Die Presse”. Die “Schreikinder” seien im Bunker geblieben, die anderen habe F. mit in sein offizielles Leben über Tage genommen, sagte Chefinspektor Leopold Etz vom LKA Niederösterreich dem Blatt.

Die Opfer von Josef F. müssen nach Überzeugung des Psychologen Klaus Neumann seelische Schäden erlitten haben, die sonst nur bei Kindern in Kriegsgebieten bekannt sind. “Angst, Entbehrung und das fehlende Tageslicht in dem Keller-Verlies haben zwangsläufig tiefe Spuren hinterlassen”, sagte der Kindeswohlbeauftragte des Psychologenverbands in München. Man dürfe aber auch die seelische Belastung der drei Kinder Lisa, Monika und Alexander nicht unterschätzen, die nach ihrer Geburt in dem Verlies relativ normal in der Wohnung von Josef Fritzl aufwuchsen.

Josef F. wird von anderen Straftätern abgeschirmt

“Sie müssen aus ihrer Welt, in der es hell war und sie in die Schule gehen konnten, wieder zurücksteigen in das Verlies, aus dem auch sie gekommen sind”, sagte Neumann. Ihnen werde nun auf einmal klar, dass sie ihr Leben der Vergewaltigung ihrer Mutter durch deren eigenen Vater verdanken. Bis Elisabeth F. und ihre Kinder ein normales Leben führen könnten, werde es viele Jahre dauern.

Josef F. selbst geht es nach Angaben der Gefängnisleitung gut.

Am Dienstag wurde er von einem Psychologen und einem Psychiater untersucht. Beide hätten festgestellt, dass keine Selbstmordgefahr bestehe, sagte Gefängnisleiter Günther Mörwald. Der 73-Jährige wird von anderen Straftätern abgeschirmt, da sich Sexualstraftäter in Gefängnissen meist “am untersten Ende der Hierarchie befinden” und mit Übergriffen von anderen Insassen rechnen müssten. Der Anwalt Fritzls sagte dagegen nach einem kurzen Gespräch, sein Mandant erscheine “emotional gebrochen”.

Spiegel

Suche

VGDS Webdesign